Der Doberaner Münzfund von 1804

Die Gruppe Klaus Börner, Heinz Decker und Paul Janou  der Doberaner Münzfreunde e.V. brachte 1994 mit ihrem Vereinsvorsitzenden Jürgen Hamann, ein etwas unscheinbares aber interessantes Buch heraus „Der Doberaner Münzfund von 1804“. Es ist ein Fachbuch über einen der bedeutendsten Münzfunde in Mecklenburg, welches auch Laien lesen sollten. (Einige Exemplare könnten eventuell noch bei den Doberaner Münzfreunden e.V. vorhanden sein.) Das Buch umfasst zwei Hauptteile. Der erste Teil beschreibt die Umstände, welche zu dem Fund führten und den Umgang mit dem Fund bis zur Auflösung. Im zweiten Teil sind alle Fundstücke in Form der Münzbeschreibungen aufgelistet. Die Bedeutung dieses Buches erschließt sich erst dem Leser, bei der Beschäftigung mit der Regionalgeschichte.

    

Unter Fürst Pribislaw und seiner Frau Woislawa wurde auf dem Gebiet des Ortes Althof bei Bad Doberan am 1. März 1171 das erste mecklenburgische Kloster gegründet. Mönche des Zisterzienkloster aus Amelungsborn an der Weser, hatten begonnen, das Niederungstal in unmittelbarer Nähe zu kultivieren und den Christlichen Glauben unter den Wenden zu verbreiten. Wenige Jahre später 1178 wurde dieses erste Kloster zerstört und 1186 an heutiger Stelle des Doberaner Münsters wieder aufgebaut. Schnell entwickelte sich das Kloster Doberan zu einer starken wirtschaftlichen und politischen Einrichtung hier im Ostseeraum. „…. dass der Abt von Doberan der Vertreter des Bischofs von Schwerin am Hofe des Kaisers war (1348 – 1364), von 1419 bis 1524 als Kurator der Universität Rostock vorstand….“ Mit dem Zurückdrängen des katholischen Einflusses durch die Reformation verlor das Doberaner Kloster an Bedeutung. Das Kloster wurde aufgelöst und zeitweilig wurden große Teile der Klostermauern und Nebengebäude zur Baumaterialgewinnung abgebrochen. In dieser ungewissen Zeit der Auflösung des Klosters kam es zur Verbergung des Münzschatzes. 

Wie er gefunden wurde, was der Anlass war dem Münzfund einen Gedenkstein zu setzen und wie es zur Auflösung des Münzfundes kam, dass sollte jeder selber nachlesen.

 

Gedenkstein zum Münzfund  

Der weitaus größere Teil des Buches machen die sehr detaillierten Beschreibungen der 198 Goldmünzen und 3967 Silbermünzen aus. Für das Doberaner Münster, für die Stadt Doberan, als auch für Mecklenburg, ist die unwiederbringliche Auflösung dieses Münzschatzes ein herber Verlust.

An dieser Stelle möchte ich mit den bescheidenen Mitteln dieser Webseite die große Fleißarbeit unserer Doberaner Sammlerfreunde öffentlich würdigen. Sie haben später dafür gesorgt, daß neben dem Gedenkstein eine zweisprachige Tafel mit Inhalt und Erläuterung zum Stein aufgestellt wurde.

Die Erläuterungstafel neben dem Gedenkstein auf Deutsch und Englisch.

Die deutsche Erläuterung.