Zur Erinnerung an unseren Sammlerfreund Rudolf Bienas.

Berühmter Leute Müntzen sammeln ist gut, noch besser

eine Bibliothek anlegen;

am allerbesten, so jemand Müntzen und Bibliothek

beysammen hat.

Aus Orlearius, Joh. Christoph: Curiose Mützwissenschaft;Arnstadt 1700

 *24.06.1930 +04.10.2013

Dies war zeitlebens der Leitspruch unseres Münzfreundes Rudolf Bienas. Am 20.09.2016 fand am Abend im Stadtarchiv unserer Stadt ein Vortrag mit einer Präsentation zum Thema:

Rudolf Bienas

Medaillen & Plaketten

ein Streifzug durch Wismars Geschichte

statt.

 

Es referierte die Tochter unseres Münzfreundes, Frau Frauke Lewin.

 

Mit warmen Worten sprach sie über das Hobby ihres Vatis, wie sie als Tochter, ihn in seinem Hobby unterstützte und mit welcher Liebe und Achtung sie, sein „Lebenswerk“ zu Ende brachte.

Dies ist keineswegs nur ein Thema für die Münzsammler, jeder hat schon Plaketten oder Marken in der Hand gehabt. Sie erzählen nicht nur unsere private Geschichte, sie sind ein interessantes und wichtiges Puzzleteil der Stadtgeschichte.“

Diese Worte stellte sie ihren Vortrag voran. Der Wunsch unseres Münzfreundes Rudolf Bienas war es, anläßlich des 60. Jubiläums, unseres Vereins, der Numismatiker der Hansestadt Wismar e.V., die Sammlung dem Stadtarchiv zu übergeben. Schon lange hatte er sich mit dem Gedanken getragen ein Buch herauszugeben, wie sein langjähriger Freund Heinz Röhl es in Lübeck: „Lübeck Medaillen Marken Zeichen“, getan hatte. Schon sehr zeitig kam er zu der Erkenntnis, wie sein Freund Heinz Röhl, welch große historische Bedeutung die alltäglichen kleinen Dinge für eine Stadtgeschichte und deren Menschen haben. Ihm ging es nicht um „den Gewinn“, sein Gewinn war das Wissen und die Erkenntnis. Immer wieder beeindruckte er uns über sein Detailwissen, welches er sich im wörtlichen Sinne erarbeitet hatte.

Niemand, der Besucher, erwartete daher in der Ausstellungsvitrine materiell große Werte an historischen Münzen.

 

Ein Bierfilz oder auch Bierdeckel genannt,


 

profane Anstecknadeln - Ansteckbutten,


ein Abzeichen vom Arbeiter-Radfahrer-Bund, den es auch in Wismar gab und


 

eine Auszeichnungsmedaille für die ehrenamtliche Pflege einer Grünanlage, welche uns an diese und jene Gegebenheit oder Aktivität erinnern. Dass war Rudolfs Anliegen.

Unabhängig davon, war er ein hervorragender Kenner aller historischer Wismarer Münzen, welche einst in Wismar als Zahlungsmittel geprägt wurden. Rudolf Bienas kannte sich in unserer Münzgeschichte aus wie kein Zweiter. Objekte, welche ihm wichtig erschienen und er sie nicht erwerben konnte, von denen erbat er sich Fotografien (zum Beispiel der „Goldene Spaten“).


 

Die Besucher betrachten die Sammlung der fotografischen Abbildungen der Münzen und Medaillen.

Modernen Medien stand er stets aufgeschlossen gegenüber. Ich kann mich noch erinnern, als er sich kurz nach der Wende, stolz eine elektrische Schreibmaschine in Gägelow kaufte. Zehnjahre später befleißigte sich Rudolph an der Volkshochschule, den Umgang mit einem Personal Computer zu erlernen. Viel Unterstützung erhielt ich von ihm beim Aufbau unserer Webseite.

Ein besonderer Dank gilt der Familie Bienas und insbesondere seiner Tochter, der Frauke Lewin, welche ihres Vaters Vermächtnis mit so viel Akribie umsetzte. Es war ein gelungener Abend, der noch so manchen Besucher zum Nachdenken gebracht hatte. B.K.