40 Jahre MTW

Mit freundlicher Genehmigung stellte mir einer unserer Sammlerfreunde diese schöne Präsentationsmappe, „ 40 Jahre MTW – Mathias-Thesen-Werft Wismar“, für die Internetveröffentlichung zur Verfügung. Er selbst war sein ganzes Berufsleben als Arbeiter auf der MTW tätig. Stolz klingt mit, wenn er erzählt an welchen Schiffen er mitgearbeitet hatte. Heute in der großen Schiffbauhalle zu arbeiten, geschützt vor Regen, Wind, Eis und Schnee, davon konnte er nur träumen. Es war damals schon ein  Fortschritt, als die Kabelkrananlage auf der Werft aufgebaut wurde nun konnten schon größere und schwerere Segmente eingebaut werden. Große Schwierigkeiten gab es mit dem Wind, wenn der von Nordost im Winter eisig über die Bucht fegte. Die Frauen dann hoch oben auf den Führerständen zu tun die Laufkatzen zu steuern, um die einzelnen Segmente passgenau abzusetzen. Wenn der Schiffskörper stand und die Schiffbauer im Schiff arbeiteten waren sie geschützt aber die Arbeit im Freien war kein Vergnügen. Selbst im Hochsommer wenn sich die Stahlbleche aufgeheizt hatten und man schon am Vormittag vor Schweiß triefte, hätte sich so mancher ein schattiges Plätzchen gewünscht. Die große Schiffbauhalle und das Flutungsbecken erscheinen so manchen alten Schiffbauer heute wie ein Luxusarbeitsplatz. An allen Schiffen habe er mit Hand angelegt, die ganzen 46 Jahre, so lange wie die MTW bestand. 

 

Medaillenmappe anläßlich 40 Jahre MTW 

Mit diesen Mappen, Abzeichen und Anstecknadeln wurden zusätzlich zu den Prämien, gute Leistungen der Belegschaft anerkannt und gewürdigt. In den Mappen einliegend, befindet sich noch ein kleines Heftchen zur Geschichte der  Mathias-Thesen-Werft Wismar. 

                  

Anstecknadel: MTW   Abzeichen:Im Q HTW - VEB Mathias-Thesen-Wert Qualitätsarbeiter                

1954 begann man mit dem Bau der ersten Binnenfahrgastschiffe für die UdSSR. Das erste war die "Tschkalow". 1957  wurde die MS "Michail Kalinin", einem Seefahrgastschiff für 341 Fahrgäste gebaut. Mit der "Bertolt Brecht", wurde 1959 das 1. Fang- und Ver­arbeitungsschiff, der Hochseefischerei der DDR übergeben, dass erstmals über Heck den Fang einholen konnte. Das Urlauberschiff "Fritz Heckert" wurde 1961 übergeben. Die „Iwan Franko“ mit 750 Plätzen lief 1963 vom Stapel. Im gleichem Jahr die „Junge Welt“ als erstes Transport- und Verarbeitungsschiff, es war ein Jugendobjekt. Das waren Baureihen. Auch Spezialschiffe wurden gebaut wie das Expeditionsschiff - die "Akademik Kurtscha­tow". 1968 erfolgte der Stapellauf des ersten Frachtschif­fes für die Afrikalinie vom Typ "Wis­mar". Mit der Baureihe „Polar“ ein Kühl- und Transport­schiff begann die Werft 1970. Die „Bella Cola“ war das erste Schiff 1972 einer Baureihe von Mehrzweckfrachtschiffen vom Typ OBC.  

  

    

   Bild: Schiff "AEL - America";

         

Avers: Universalfrachtschiff * TYP OBC *;  Revers: VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar 1946-1986

DDR Schiffbau MTW    

1974 folgte die „Atlantik“ Serie, eine neue Generation von Fang- und Gefrierschiffen. Eine Weiterentwicklung der Serie vom Typ „Polar“, ist die „Kristall“, sie wurde 1978 auf Kiel gelegt. 

        

Bild: Schiff "Kaliningradsgij";

        

Avers: Kühl- u. Transportschiff * TYP Krystall*;  Revers: VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar 1946-1986

 DDR Schiffbau MTW   

Die „Gleichberg“ war das erste Schiff von Ro/Ro-Schiffen welches 1982 an seinen Auftraggeber übergeben wurde. Am 27. August 1985 erfolgte der Stapellauf der ersten Eisen­bahngüterfähre. Es war das bis dahin größte Neubauobjekt des DDR-Schiffbaus.

       

Bild: Eisenbahngüterfähre "Mukran";

          

Avers: Eisenbahngüterfähre;  Revers: VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar 1946-1986

 DDR Schiffbau MTW 

Ohne die UdSSR als Hauptabnehmer und mit nicht mehr zeitgemäßen Anlagen war die Zukunft der Werft lange Zeit unsicher. Die Verträge, die noch vor der Wende abgeschlossen wurden, halfen der Werft zumindest beim Überleben, bis die Treuhandanstalt Käufer für sie fand. 1992 übernahm der Bremer Vulkan Verbund die damals 46 Jahre alte MTW-Werft. Nach dem Zusammenbruch des Vulkan Verbunds und einer Rückübertragung an den Bund erwarb im März 1998 ein anderer norwegischer Mischkonzern, Aker, die Werft. 

Heute werden Arbeitsplattformen für die großen Offshore-Windparks auf der Werft gebaut.