Stadtgeld 2009

Am 21. März 2009 begannen die siebenten Heringstage in unserer Stadt. Auftakt bildet das symbolische Anlanden des frischen Herings im Alten Hafen. Mit dem Heringskarren bringen die Stadtköche den Hering in einem Umzug auf den Markt zum „Großen Heringsbraten“. Es gibt an diesem Tag nicht nur Heringe auf dem Markt, auch ein neues Stück „Stadtgeld“. Wie im letzten Jahr kann der Besucher diese Akzeptanzmedaille zum Stückpreis von 10,- Euro erwerben und mit diesen, in, durch Aufkleber gekennzeichneten, Geschäften einkaufen. Diese Akzeptanzmedaille hat wieder einen begrenzten Gültigkeitszeitrahmen bis zum 31.12.2009 sowie eine begrenzte Auflage von 1 000 Stück. Nach dem 31.12.2009 endet der offizielle Umlauf. Der inoffizielle Umlauf ist unbegrenzt und geht unter den Liebhabern und Sammlern weiter.   

 

Das Motiv auf dem Avers, die Südseite der Sankt Georgen Kirche ist so abgebildet, wie sie nach dem Wiederaufbau erstand. Es gibt eine Medaille  "175 Jahre Sparkasse Mecklenburg - Nordwest" vom 12. September 1999, mit dem gleichen Motiv. Die Südseite der Sankt Georgen Kirche mit Glockentürmchen und Kirchenkreuzen, diese Medaille ist kleiner, sie zeigt den historischen Zustand der Kirche vor der Zerstörung.

  

 Das Revers ziert das Große Stadtsiegel aus dem Jahr 1256, es wurde verändert, die Worte „CIVITATIS (Stadt) und SIGILLUM (Siegel)“ wurden die Worte „STADT und GELD“ ersetzt. Mit der Bezeichnung 10 Taler auf dem Avers und der Umschrift STADT – GELD – WISSEMARIE unterscheidet sich die Medaille, auch mit ihrer Größe von 40 mm, vom Umlaufgeld und dessen Sondermünzen.

    

Mit jeder Medaille, die zusammen mit einem bedruckten Etui erworben wird, erhält der Käufer ein Echtheitszertifikat auf den der Herausgeber, das Ausgabejahr mit Höhe der Auflage und weitere technischen Details, als auch der Hersteller angegeben sind. 

    

Herausgeber des „Stadtgeldes“ ist die City Initiative Wismar e.V., die mit der Herausgabe von Akzeptanzmedaillen, neue Impulse im Verkaufsleben der Stadt gibt.

 

Geschäftsaufkleber

   

1229 erhielt Wismar das schwerinsche und 1266 das lübische Stadtrecht und war damit  berechtigt ein Siegel zu führen. Das Stadtsiegel von 1256 zeigt die Bekenntnis zur Seefahrt und zu Mecklenburg eine Kogge und den Büffelkopf. 1259 schlossen Lübeck, Rostock und Wismar einen Vertrag zur Sicherung ihrer Handelswege, womit für Wismar, die  Zugehörigkeit zur Hanse begann. Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufstieg begann. Heute noch erkennt der Besucher dies an den imposanten Sakralbauten der Backsteingotik, an den historischen repräsentativen Bürgerhäusern mit ihren wunderbaren Giebeln und an der Wasserkunst auf dem Markt.

Noch ein Hinweis auf all die Fragen: „Dürfen die das so alles?“ 

Ja sie „dürfen“. Das „Stadtgeld“ ist kein Geld, sondern es sind Akzeptanzmedaillen, welche in einer begrenzten Region, in einer begrenzten Auflage und in einen begrenzten Zeitraum akzeptiert wird. Der Gegenwert ist durch den Verkauf, 10 „Taler“ für 10 Euro, gegeben. Der Rücktausch erfolgt über ein Konto einer festgelegten Bank. Auf dieses wird das Geld vom Verkauf vorher eingezahlt. Die beteiligten Geschäften können dort die Akzeptanzmedaillen wieder in Geld tauschen.   

Verwendung des Wappens der Hanse­stadt Wismar und des Wismarlogos           

Viele Städte besitzen meist seit Jahrhunderten ein Stadtsiegel bzw. Stadtwappen, manche seit ihrer Stadtgründung. Das Wappen (niederdeutsch für Waffen) war ein Erkennungs­merkmal des Ritters und wurde von den Städten übernommen, um damit ihre kommunale Ei­genständigkeit zu demonstrieren.  Denn wer kein Siegel bzw. Wap­pen besaß, musste um eine so genannte Fremdsiegelung bitten. Mit dem Recht, ein Wappen bzw. Siegel zu führen, konnten viele Angelegenheiten wie beispiels­weise Marktaufsicht, Gewerbe­ und Lebensmittelkontrollen selbst geregelt  werden. Die Stadt wurde dadurch zu einer Rechtspersönlichkeit, denn  vor Gericht hatten nur besiegelte Urkunden Beweisrecht. So manch einer möchte heute ans den verschiedensten Gründen seine Internetseite, Shirts und andere Gegenstände gern mit ei­nem Wappen zieren bzw. mit dem Wappen der Hansestadt Wismar. Doch so einfach ist das nicht. Die Verwendung des Wappens der Hansestadt Wismar durch Dritte ist in der Hauptsatzung der Stadt geregelt und bedarf der Geneh­migung durch den/die Bürger­meister/in. Zugleich ist das Recht, ein Wappen zu führen durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geschützt. Man sollte also vor Verwendung des Stadtwappens bzw. des Signets vorab die Erlaubnis der Hansestadt Wismar einholen. Die Nutzung kann für private, nicht kommerzielle Homepages bzw. Druckerzeugnisse gestattet werden, jedoch darf nicht der Eindruck erweckt werden, es handle sich um eine offizielle Seite der Stadt Wismar bzw. durch sie autorisierte Publikation. Zur Vermeidung von Rechts­streitigkeit und hohen Kosten sollte also in jedem Fall die Erlaubnis durch die Stadt eingeholt  werden.   

Quellennachweis: Wismar 1229 – 1979, Wismar Stadtanzeiger vom 09.12.2006.